23.10. - 30.10.2010

Sonntag 24.10.2010, 4.30 Uhr, Treffpunkt Ottensoos, von wo aus wir uns alle gemeinsam auf den Weg zum Flughafen Nürnberg machten. Nach einem kurzen Flug erreichten wir Olbia, dann fuhren wir mit den Mietautos noch eineinhalb Stunden in unser Domizil nach Cala Gonone.

Nachdem wir unsere Koffer abgestellt hatten, ging es sofort ab zum Klettern an den Sektor Budinetto oberhalb des Ortes. Bei strahlendem Sonnenschein ging es über Umwege durch dichtes Gestrüpp und einen Schweinestall (im doppelten Sinn des Wortes) an den Fels. Obwohl sich dort eine französische ca. 30-Köpfige Truppe schon zum Klettern befand, waren für uns noch schöne Routen frei und wir konnten unseren ersten Felskontakt genießen.

Für den nächsten Tag war eigentlich Regen angesagt. Wir machten uns auf den Weg zum Sektor Biddiriscottai, einer großen Grotte am Meer. Hier passierte der glücklicherweise einzige Sturzflug dieser Woche. Ein Teilnehmer warf sich, am Weg ausrutschend, mehr oder weniger elegant fast kopfüber zwischen die Felsen und jagte den folgenden einen Riesenschrecken ein. Nachdem er sich aber unbeschadet wieder in die Senkrechte gebracht hatte und keine Schäden festzustellen waren, setzten wir unseren Weg fort. Aufgrund der wenigen Routen und der vielen Kletterer die hier waren, machten wir uns relativ früh auf den Rückweg, um unseren täglichen Cappuccino in der Pineta einzunehmen.

Unser Ziel für Dienstag, ist die Cala Fuili, Spiaggia Ost. Herrliche Kletterrouten, mit einer fantastischen Aussicht, für jeden etwas dabei und direkt am Strand. Wir konnten sogar die örtliche Feuerwehr bei Abseil- und Rettungsübungen beobachten. Peter konnte sich nicht mehr bremsen und wagte die ersten Klettereien nach überstandener Schulter-OP, rein aus therapeutischen Gründen natürlich. Zum Abschluss erhielten wir noch zufällig Besuch einer Gruppe Hersbrucker Bekannter, die mit der Volkshochschule Sardinien bereiste.

Neuer Tag, neues Glück? Zu Fuß in einem zweistündigen Marsch oder lieber mit dem Boot zur Bilderbuchbucht Cala Luna? Die Entscheidung war schnell getroffen! Es folgte eine rasante und aufregende Fahrt mit einem Schlauchboot, angetrieben durch einen 250 PS Außenbordmotor. Allerdings war der Anlegesteg durch ein vorausgegangenes Unwetter teilweise weggerissen und der Seegang an diesem Tag auch nicht von schlechten Eltern. So zog sich die ganze Landeaktion, einschließlich Umstieg in ein kleineres Boot, über fast eine Stunde hin. Magentechnisch bekam das nicht jedem richtig gut. Wegen der sehr schweren Routen beschlossen Rosi, Peter und ich, die wunderschöne Bucht, das Meer und die Sonne zu genießen. Als krönenden Abschluss des Tages gab es zu später Stunde in unserem Domizil noch ein Gitarrenkonzert von Wolfgang und wir trällerten (fast) alle mit.

Am Freitag ging es bei bestem Wetter an das Massiv des Monte Bonacou, auf dem Weg Richtung Dorgali liegend. Wieder für alle was zum Klettern dabei. Neben der ruhigen Lage und der tollen Aussicht hinunter auf Cala Gonone war ein weiterer Höhepunkt die Besteigung eines wunderschönen 35 m hohen Turmes (6a).

Am Samstag konnte Franz B. aus O. seine erste Mehrseillängenroute klettern. Anschließend folgte für die Kulturinteressierten noch die Besichtigung der Ausgrabung Nuraghe Mannu, Siedlungsresten mit markantem Turm aus der Zeit ca. 1600 v. Chr. Ein letzter gemütlicher Abend mit leckerem Essen und Vino bildete den Abschluss, bevor es nach einer ziemlich kurzen Nacht Richtung Heimat ging. Nürnberg überraschte uns mit sonnigen 13 Grad – es ist ja doch noch nicht Winter.

Für mich als AF (Anfänger/in; Zitat Reini) war diese Woche in jeder Beziehung einfach klasse. Nette Leute, super Stimmung, gutes Essen und das Wetter hat auch nichts zu wünschen übrig gelassen. Vielen Dank an den Organisator Ernst, das hast Du gut gemacht!

Gundi Meindl