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Karwendel-Durchquerung von Scharnitz ins Inntal

Ein Bericht von Wanderleiter Marcel Marquardt

13.06.2026

Vier Tage mit herrlichem Wetter, beeindruckenden Landschaften zwischen Kleinem und Großem Ahornboden, gemütlichen Hütten und einer großartigen Gruppe. Das war mir ein Fest!

Tag 1 – Anreise und Aufstieg zum Karwendelhaus
Diesmal meinte es die Bahn gut mit uns – zumindest fast. Aufgrund einer Fahrplanänderung mussten wir zwar eine Stunde früher als geplant losfahren, dafür wurden wir unterwegs mit einem sonnigen Zwischenstopp am Starnberger See belohnt. 

In Scharnitz begann schließlich unsere Tour. Entlang des jungen Karwendelbachs führte der Weg stetig bergauf zum Karwendelhaus. Bei bestem Wanderwetter erreichten wir nach gut fünf Stunden gegen 17:30 Uhr unsere erste Unterkunft.

Tag 2 – Hochalmkreuz, Kleiner Ahornboden und Falkenhütte
Nach dem Frühstück stand zunächst ein kurzer Abstecher ohne Gepäck zum Hochalmkreuz auf dem Programm. Anschließend führte uns der Weg durch das Untere Filztal zum Kleinen Ahornboden. Zwischen den knorrigen Ahornbäumen öffneten sich immer wieder beeindruckende Blicke auf die schroffen Felswände – spätestens hier wurde deutlich, warum diese Durchquerung zu den schönsten Hüttentouren der Ostalpen zählt. Am Nachmittag erreichten wir die Falkenhütte unter den imposanten Laliderer Wänden.

Tag 3 – Großer Ahornboden und Lamsenjochhütte
Gut gestärkt ging es nach dem Frühstück, begleitet von ein paar Murmeltieren, hinunter zum Großen Ahornboden. Die weitläufige Alm mit ihren hunderten alten Bergahornen zeigte sich von ihrer schönsten Seite und lud zu einer ausgedehnten Mittagspause an der Engalm ein. Einige nutzten die Zeit für einen kleinen Spaziergang durch dieses einzigartige Naturdenkmal. Der Weg führte an der Binsalm vorbei und um die Lamsenspitze herum hinauf zur Lamsenjochhütte. Auch hier zog es einen Teil der Gruppe noch einmal Richtung Schafjöchl, bevor wir den letzten Hüttenabend gemeinsam ausklingen ließen.

Tag 4 – Ausbildung im Schnee und Heimreise
Bevor wir Abschied vom Karwendel nahmen, nutzten wir ein Schneefeld in Hüttennähe für praktische Firnübungen. Das richtige Verhalten beim Ausrutschen und verschiedene Bremstechniken konnten unter sicheren Bedingungen ausprobiert werden – lehrreich und mit viel Spaß verbunden.

Anschließend stiegen wir durch das Stallental nach Schwaz ins Inntal ab. Bis zur Rückfahrt blieb noch etwas Zeit, und wer wollte, konnte sogar einen Blick auf das bekannte Krankenhaus aus der Fernsehserie „Der Bergdoktor“ werfen.

Vier Tage mit herrlichem Wetter, beeindruckenden Landschaften zwischen Kleinem und Großem Ahornboden, gemütlichen Hütten und einer großartigen Gruppe machten diese Karwendel-Durchquerung zu einem unvergesslichen Erlebnis. Für mich als Wanderleiter war es erneut eine besondere Freude, diese abwechslungsreiche Tour gemeinsam mit einer motivierten Gruppe erleben zu dürfen.