18.10.2009

Bei bestem Bergwetter wurde am Samstag 3. Oktober der Guffert über den Südgrat von einer 2er Seilschaft des DAV-Hersbruck niedergerungen.

Eine überschaubare 3er Gruppe (Florian Heulein, Peter Birkmann und ich) traf sich am Montag vorher zu Besprechung im Schwarzen Adler, Teilnehmer Nr. 4 und 5 wurden durch einen Unfall und Zeitmangel ausgebremst.
Am Tag vorher wollte das Knie von Peter Birkmann nicht mal mehr Treppensteigen, wie hätte er da allein schon zum Einstieg gelangen sollen.
Aufgebrochen wurde zu früher Stund am Samstag morgen und über fast leere Straßen Steinberg am Rofan angesteuert.
Gut 800 Höhenmeter zum Einstieg waren in rund zweieinhalb Stunden überwunden, und schon erste leichte Kletterei in steilen trockenen Wasserrinnen gefordert.
Vor uns war keine Seilschaft zu sehen und nach uns eine Vierergruppe, die wir weit hinter uns ließen im Fels.
Auf uns wartete tolle abwechslungsreiche Kletterei in bestem Fels mit guter Absicherung. Die schwierigen Stellen können aber nicht techinsch überwunden werden, was wir natürlich auch nicht im Sinn hatten.
Es geht los mit einem schweren Einstiegszug im 5- Gelände - für die Kleinen wie mich, gab´s a Steinhäuferl um an den ersten Griff zu kommen - hier sollte man als Vorsteiger schon einen 6+ in der Fränkischen beherrschen, sonst gibt´s feuchte Finger vor Aufregung.
Weiter oben dann galt es eine Kante vom Band weg anzuklettern - der letzte Haken schon weit weg - da hilft nur auf Seitgriff nehmen und Füße auf Reibung.
Nach a bissl Knabbern aber hat es Flo geschaft. Verschneidung, Riss, Wand, Platten, alles dabei bis auf Fränkische Löcher, aber die hamma ja daham!
Nach 9 Seillängen und ein paar hundert Meter "Gehgelände" standen wir am Gipfel.
Vor uns eine tolle Aussicht und ein schöner Abstieg über den im oberen Teil versicherten Ostgrat.
Nachdem die Zeit recht schnell verging verzichteten wir am Abschluß des Tages auf den Aufstieg zum Gasthof Rofan an der Bergstation der Seilbahn vom Achenseee und traten direkt die Heimreise an, ein langer erlebnisreicher Tag neigt sich dem Ende.
Das Klettern an der Rotspitze in 1,2 und 3-Seillängen gilt es also nachzuholen.

Wolfgang Baumann