23.06. - 26.06.11

Am 23.6. war es so weit: In Fahrgemeinschaften brachen wir ins Ennstal auf, die Unkenrufe der Meteologen schlugen wir trotzig in den Wind.

Wir – das sind: Thomas, Doris, Rudi, Gundi, Kathrin, Katja, Andrea, Anja, Matthias, Peter und Quotenhund Rico.
Auch wenn die Navi uns zum Schluss am liebsten auf die Alm geschickt hätte, trafen wir zeitgleich am Kräuter-Bauernhof Miesrigl ein, wo wir fast das gesamte Haus belegten.
Sogleich testeten wir das erste gastronomische Highlight „Gasthof Blasl“, bei richtig gutem Essen schmiedeten wir große Pläne für den nächsten Tag:
Der Sauzahn sollte bezwungen werden – herrliche Routen im besten Gestein und perfekter Absicherung. Wir ließen es richtig krachen, denn wir wussten: Das nächste Unwetter ist nicht weit….
So kam es dann auch – als wir nach rund fünf Stunden richtig warmgeklettert waren, kam das prophezeite Gewitter – wir nahmen Regen und den 10 minütigen Abstieg über Schlammwege gelassen hin und wussten uns mit kleinen Braunen und Apfelküchle im Gasthof Sonnleitner wieder aufzumuntern.
Dort zog die Karavane auch am folgenden Tag hin, der erst einmal ziemlich regenverhangen begann.
Nachdem Rudi mit seinem Frühstücksei einen Striptease durchgezogen hatte („Mir ist so heiß…“)ging es dann in nur fünf Minuten Zustieg zu den härteren Routen. Da lief Andrea zur Hochform auf, und hängte uns alles von der harten 6+ bis zur gestanden 7 lässig ein und wir kletterten, bis die Finger vom griffigen Fels vollständig abgeschmirgelt waren. Katja – letztes Jahr noch unsere Haus-und Hof-Photographin kam vor lauter Routen abhacken gar nicht mehr zum Knipsen. Bevor wir dann doch noch die Stirnlampen an diesem Tag auspacken mussten, konnten wir den harten Kern (Anja, Thomas, Peter, Andrea und Doris) mit einer Riesenportion Kaiserschmarren von der Wand pflücken. Mit vollem Magen schmissen sich einige Unvernünftige am späten Abend noch in den hauseigenen Pool, der gegen Ende dann deutlich an Wassermangel litt – es lag wohl am Arschbombenkontest, den Kathrin kurzerhand organisiert hatte.
Am nächsten Tag bot sich wieder das gewohnte Bild: Die Wolken über dem Kräuterhof trugen schwer.
Thomas und Doris – unsere eingefleischten Locals – verkündeten: Heute regnets nimmer. Naja, stimmte nicht ganz, aber wir stapften optimistisch durch nebelverhangene Bergwälder und engste Schlammpfade und standen schließlich vor dem beeindruckenden Massiv des Nixlochs.
Hier ging es nochmals richtig zur Sache – plattige Routen, die richtig gute Fußtechnik erforderten und so manchen an seinen Schuhen zweifeln ließen.
Die festen Kletterpaare hatten sich inzwischen gefunden und so fanden das Duo Anja und Peter irgendwie gar kein Ende, während andere nach dem letzten Regenschauer entweder schon zur Zigarette nach der 7-übergegangen waren oder Thomas und Doris in die Höhle folgten.
Uns allen knurrte jedenfalls schon ziemlich der Magen, als wir am Fluss im Nationalpark Kalkalpen ankamen und uns auf die Suche nach brauchbarem Feuerholz machten.
Schon bald konnten wir das wohlig warme Lagerfeuer genießen.
Thomas Schwester und Schwager hatten schon alles vorbereitet und so genossen wir Deftiges vom Grill und vielleicht wurden wir doch noch ein wenig nass. Gundi entdeckte definitiv ihre Leidenschaft fürs Trommeln, Anja stimmte dazu beeindruckende Lieder der Lakota Indianer ein – es war einfach ein genialer Abend.
Am letzten Tag erzielten die pessimistischen Meteologen einen kurzfristigen Etappensieg. Nach wehmütigen Koffepacken und opulentem Frühstück packten wir die Regenjacken aus und fielen auf der Gschwendtalm ein. Hier war – im Gegensatz zu manch anderer Location – der Most durchaus genießbar- und so ging ein super Wochenende im Ennstal äußerst fröhlich zu Ende. Wir kommen wieder – egal bei welchem Wetter!

Matthias Harries