06.06.2010

Am Sonntag den 6. Juni um halbzehn in der Früh trafen wir uns zum Mehrseillängen-Kurs in Reichenschwand.
Mit dabei waren 4 Teilnehmer - Ute und Stephen, Kathrin und Christopher.

Bei bestem Wetter wurde Alfalter und anschließend der wunderschön Riffler Felsen angesteuert.
"Ob es nicht auch möglich wäre sich ein bißchen später zu treffen", fragte ein Teilnehmerin vorab. Wie sich raustellen sollte verging der Tag im Fluge und ehe wir uns versahen war es 18:00 Uhr am Abend! Also gut, dass wir zeitig dran waren.

Der vermeintlich unattraktive Riffler war an diesem Tag ziemlich belagert! Nämlich von der örtlichen Bergwacht, die eine Übung abhielt, sowie und von zwei weiteren Seilschaften.
Aber alles lief reibungslos ab. Obwohl die Bergwacht über "unseren" Südgrat/Wand eine Verletzte (die Gute hatte tatsälich eine Verletztung am Knie und konnte nicht laufen) mehrere Male ablies,
kamen wir uns dank guter Absprache nicht ins Gehege.

Nachdem der Wissensstand der Teilnehmer geklärt war, sowie die Grundsätzlichen Themen zur Sicherheit, Standplatz und Seilhandhabung besprochen waren, konnte es losgehen.

Obwohl eine Seilschaft sich in Vorstiegen bis 6+ wohlfühlt, wollten Sie an diesem Tag lieber auf Nummer sicher gehen und wir bildeten somit eine große 5er Seilschaft.
Ich stieg also vor, und alle anderen Teilnehmer nahmen im Nachstieg die erste und zweite Seillänge der Tour, die als 5er im Führer steht.

Der Alpine Charakter wurde sofort spürbar, die ersten Meter brüchig, der 1. Haken ordentlich hoch - bot ein Riss Gelgenheit durch Legen eines Klemmkeiles für mehr Sicherheit zu sorgen.
Auch der Weg zum 2. Haken war lang und so sorgte ein weiteres Klemmgerät wieder für mehr Sicherheit. Obwohl nur 20m bietet die erste Seillänge eine Vielfalt der möglichen Felsstrukturen.
Unser großzügiger und übersichtlicher Standplatz bot anschließend uns Fünfen genügend Platz. Ehe der "Gipfel" gestürmt wurde.
Die 2. Seillänge nun ganz anders mit Wasserrinnen im oberen Teil des Rifflers, extrem griffiger Fels und grandiose Aussicht inkl. Tiefblicken führten zum südlichen Turm des Rifflers.

Und Nu, wie kommen wir hier wieder weg? => Abseilen.
Von hier oben sind es 40m zum Wandfuß. Also Grund genug sich mit der richtigen Abseiltechnik zu befassen und alles gründlichst vorzubereiten, ehe man sich in die Tiefe stürzt.

Anschließend nutzen wir das einghängte Seil und kletterten den Talkamin mit direktem Einstieg (Alpinaweg) in Toprope. Ein ebenfalls sehr alpiner Weg, bei dem Stemmen, Schieben und Spreizen hervorragend geübt werden konnten.

Zum Abschluß, für Alle die noch etwas Kraft hatten, hängte ich die Schulterkante ein. Hier galt es einen glatten Riss durch beherztes Piazzen zu meistern, der Rest war Genuß.

Eine klasse Tour, mit wirklich tollen Teilnehmer machten einen unvergesslichen Tag.

Wolfgang Baumann