09.02.2010

Der DAV Hersbruck veranstaltete am Sonntag den 7.2.2010 seinen 1. Hersbrucker Billy bei einer seiner acht 8-Klettermarathon. 26 Teilnehmer waren gemeldet, 21 dann tatsächlich am Start.
Der Wettkampf fand in der Kletterhalle „Kunstgriff“ in Altdorf statt.
Klettermarathon – was soll man darunter verstehen? Erst klettern, dann laufen? Oder während dem Laufen immer wieder klettern? Nein, natürlich nicht.
Wettkampf - Reglement
Es gilt in der Wertungszeit beim "rotpunkt" Klettern im Vorstieg möglichst viele Punkte zu sammeln. Leichte Routen bringen weniger, schwere Routen mehr Punkte. Bei einer Kletterzeit von 3,5 Stunden ist also auch Taktik angesagt. Eine Route darf vom Kletterer insgesamt nur zweimal geklettert werden, die Wertungszeit ist von 10:30 - 14:00. Jeder Kletterer sammelt Punkte nur für sich selbst und nur „rotpunkt-gekletterte“ Routen bringen Punkte.
Dieser Wettkampf beruht auf Fairness und Partnerschaft! Jeder Teilnehmer führt seine Wettkampfliste selbständig und ehrlich. Wenn z.B. in einer roten Route namens „Mein ist der Pokal!“ ein grüner Tritt benutzt wird, ist die Route nicht „rotpunkt“ geklettert und darf somit nicht gewertet werden!
Definition „rotpunkt“
Das freie Durchsteigen einer Route im Vorstieg in einem Zug, also ohne Sturz, ohne Ausruhen im Seil, ohne Hochziehen an Haken und ohne Tritte/Griffe einer anderen Route zu benutzen.
Der Organisator und „Trainer Sportklettern“ Thomas Haas erläuterte die Wettkampfregeln nochmal in seiner Begrüßung.
Sehr zur Freude des Organisators nahmen an dem Wettkampf einige starke Kletterer der Sektion Röthenbach und ein Gastkletterer aus den USA teil.
Kaum war die Startglocke geläutet, stürzten sich die Teilnehmer in die Routen. Wobei wir wieder beim Thema Taktik wären. Die übliche Meinung, beim Klettern ist die Kraft das einzig Entscheidende, ist nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Mindestens genau so wichtig ist die richtige Technik und bei diesem Wettkampf insbesondere die Taktik. Jeder Kletterer weiß, dass 3,5 Stunden intensives Klettern sehr anstrengend ist und die Leistung irgendwann rapide abnimmt. Es macht also keinen Sinn, die schweren Routen am Schluß zu klettern. Genau so wenig zielführend ist es nur viele ganz leichte Routen zu klettern. Die Mischung in einer sinnvollen Reihenfolge machts.
Gänzlich unbeeindruckt von diesem taktischen Geplänkel zeigte sich allerdings William Fredericks der es tatsächlich schaffte neben ein paar Aufwärmrouten insgesamt acht Routen im Grad 8- zu klettern, das war mit großem Abstand der Sieg. Wer Billy schon mal bei unseren Montagsklettertreffs gesehen hatte, dem war natürlich klar, dass er kaum zu schlagen sein wird. Den zweiten Platz holte sich Jan Luft, gefolgt von Horst Scharrer, beide machten den Marathon wirklich zum Marathon. Jan kletterte 22, Horst 20 Routen.
Auch bei den Damen auf dem ersten Platz keine Überraschung. Mit großem Abstand siegte hier Helga Münzenberg. Dafür war der zweite Platz heftig umkämpft. Die Nase vorn hatte dann Doris Burkhardt vor Gundi Meindl.
Bei den Jungs siegte Christoph Endreß vor Moritz Lindner und bei den Mädels konnte sich Stephanie Weiß knapp vor Tabea Linhardt durchsetzen.
Besonders beeindruckend waren die vielen persönlichen Leistungen, da sind einige an Ihre Grenzen gegangen und haben sich richtig was getraut.

Thomas Haas