10.05. - 17.05.2008

Nachdem die geplante 14-tägige Kletterfahrt nach Kalymnos aus terminlichen und organisatorischen Gründen abgesagt werden musste wurde als Ausweichziel Lumignano gewählt. Lumignano liegt ca. 15 km südl. von Vicenca (ca. 60 km Autobahn Verona –Venedig). Durch eine Nachtfahrt (0:3o bis 8:oo Uhr) haben wir am Samstag unser Ziel: Vicenca schon sehr früh erreicht.Lumignano Panorama

Als idealer Ausgangspunkt für unsere Klettefahrten hat sich der südlich von Vicenca gelegene Campingplatz „Camping Vicenza“ erwiesen. Einfach, sauber, ruhig
- ideal für Felsfahrten aber leider ohne Restaurant, Pizzeria, Bar und Supermarkt. Mit einem kleinen abendlichen Spaziergang waren aber alle auf dem Campingplatz nicht vorhandenen Einrichtungen problemlos zu erreichen.

Aber nun mal zum eigentlichen Reisegrund, dem Klettern.
Einigen Erzählungen zufolge (wenig leichte, schon abgekletterte Routen) und mit nur einem etwas älteren Kletterführer ausgestattet, waren wir sehr gespannt was uns erwartet. Mit der vorhandenen Anfahrtsbeschreibung war Lumignano und die örtliche Szene-Bar schnell erreicht, wir konnten unseren ersten Cappuccino trinken und mit dem dort gekauften aktuellen Kletterführer unser erstes Ziel auswählen. Unsere Wahl fiel auf den Sektor „Sopra la chiesa-A“ der nach
ca. 15 Minuten Zustieg erreicht war. Wie sich dann herausstellte, hatten wir für unseren ersten Klettertag genau die richtige Wahl getroffen, kamen aber wegen dem südl. ausgerichtetem Felsen ganz schön ins Schwitzen.
Von leichteren Routen für den Anfang - welchen in unserm Level - bis für uns nichtkletterbare Wegen war alles vorhanden. Alle fünf Routen unseres ersten Klettertages gingen gut zu klettern und hatten sehr unterschiedliche Charaktere. Bevor wir dann zum Campingplatz zurück fuhren, ließen wir den ersten Klettertag bei einem Cappuccino noch einmal Revue passieren und waren uns sicher, mit Lumignano die richtige Wahl getroffen zu haben.

Wir, das waren übrigens Peter, Rudi (Büffel), Ernst und zwei Tage später kamen noch Rosi und Reini hinzu.

Die nächsten sechs Klettertage hatten „fast“ immer denselben Ablauf:
Frühstück, Anfahrt, Cappuccino, Klettern, Cappuccino, Rückfahrt,
Körperpflege, Abendessen und Ausklang des Tages auf dem Campingplatz.

„fast“ soll heißen:
Für den fünften Klettertag haben wir uns nicht Lumignano sondern Rocca Pendice als Kletterziel ausgesucht. Rocca Pendice liegt noch mal ca. 25 km südlicher von Lumignano und ist ein Granitklettergebiet mit mehreren Sektoren.
Unsere Wahl viel auf den Sektor-A. Auch hier hatten wir wieder einen super Tag bei besten Wetter und einer ganz anderen Kletterei wie an den voraus- gegangenen Tagen. Leicht geneigter bis senkrechter dunkler Granit mit kleinen Bäuchen, Dächern, Rissen und guter Reibung – die perfekte Abwechslung zum Kalkgestein in Lumignano.
Für das zweite „fast“ und den kulturellen Teil der Kletterwoche haben Rosi und Reini mit Ihrer Fahrt nach Venedig gesorgt.

Nach einer tollen 7-Tage Woche am Fels, schon dünner werdender Haut an den Fingern und ruhebedürftigen Muckies, fiel uns die Heimfahrt bei bedecktem Himmel, leichtem Regen und mit einem Shoppingstop in Arco unterbrochen, dann auch nicht wirklich schwer.

Als Abschluss können wir Lumignano nur bestens weiterempfehlen.
Die Felsmassive sind bogenförmig um Lumignano angeordnet und haben dadurch eine östlich bis westliche Ausrichtung wobei die meisten Sektoren nach Süden zeigen, also genau so wie es sich die meisten Kletterer wünschen (Nordwand- gesichter ausgenommen). Beklettert wurde von uns nur ein Teil der neuen Sektoren. Kletterpotential für eine weiter Woche oder mehr ist, je nach Kletterlevel, zur genüge vorhanden. In der ganzen Woche (erste der Pfingst- ferien) waren wir sowohl am Fels als auch in der Bar vor Ort so gut wie alleine unterwegs –-- was wohl an dem nur eine Stunde entfernten Gardasee so alles los war ???

Für alle die es genau wissen wollen, hier noch ein paar Daten:

- Routenlängen: von 8-40m bzw. auch Mehrseillängenrouten
- ein 70m Seil ist in vielen Routen Pflicht, wer ein 80er hat kann noch ein paar Meter mehr pro Tour genießen
- bei Interesse bitte Peter mal nach den aktuellen Lumignano Führer fragen

Ernst Künzel