Alles anders und doch irgendwie beim Alten - das Hüttenwochenende 2020

17.-19. Juli 2020
Jugendarbeit in Zeiten der Covid-19 Pandemie

Großes Rätselraten bei den Organisatoren Moritz Meyer und Benedikt Hümmer einige Wochen vorher, ständiges Checken der Infektionszahlen im Landkreis und in Bayern, genauestes Durcharbeiten der ständig aktualisierten gesetzlichen Regeln und Empfehlungen der Jugendringe, Besprechungen mit dem Vorstand, Vorlage eines Hygienekonzepts und schließlich der Entschluss: Das Hüttenwochenende 2020 kann stattfinden!

So trafen sich am Freitagnachmittag zehn Kinder zwischen acht und zwölf Jahren mit den Fahrrädern am Parkplatz Höhenweg in Hersbruck. Das Gepäck wurde ins Materialauto geladen und von Moritz auf die Hütte gefahren, während Bene zusammen mit Greta Linhardt und den Kindern die Radtour in Angriff nahm. Bei nahezu optimalen Witterungsbedingungen von etwa 20°C war die Gruppe etwa dreieinhalb Stunden unterwegs. Die Route führte durchaus sportlich über Kühnhofen den Radweg nach Dietershofen und den „Königsanstieg“ nach Entmersberg hinauf und dann über Götzlesberg, Hormersdorf und Spies und einige weiter Anstiege und Schotter- und Waldwege nach Hetzendorf. Dort angekommen wurden die Räder abgestellt und als allererstes ausführlich das Hygienekonzept durchgegangen, dicht gefolgt von leckeren Nudeln mit Soße oder Pesto.

In der Hütte und den Nebengebäuden galt strenge Maskenpflicht und auch im Freien musste bei Unterschreitung des Mindestabstands von 1,5 Metern sofort eine Maske aufgesetzt werden. Drei Kinder schliefen in Zelten, sodass die beiden Betreuer und die verbleibenden sieben Kinder mit ausreichend Abstand und bei permanenter Belüftung im Matratzenlager schlafen konnten. Auch die Mahlzeiten wurden nicht wirklich gemeinsam eingenommen, sondern von den Betreuern nacheinander ausgeteilt und dann verstreut über Biertische und den Lagerfeuerplatz verzehrt.

Am Freitagabend wurde dann auch bald das Lagerfeuer angeschürt. Marshmallows mit aufgesetzter Maske zu grillen und sich dann zum Essen ein paar Meter zurückziehen? Immer noch 100x besser als überhaupt keine Marshmallows zu grillen! Danach wurden noch einige Runden des JDAV Hersbruck Klassikers „Werwolf“ gespielt und nach dem Zähneputzen – jeder einzeln natürlich - ins Bett gegangen. Einige saßen noch bis tief in die Nacht und betrachteten den Sternenhimmel.

Den Samstag verbrachten wir mit verschiedenen Spielen, Lagerbau und Geschicklichkeitsaufgaben wie der mit dem Fahrrad zu fahrenden Schnecke oder der Slackline. Ebenso wurde das Diabolo, die Frisbee und viele weitere Sachen rausgekramt. Auch am Bierbankbouldern wurde sich versucht. Am Abend wurde gemeinsam gegrillt und das sowieso beinahe die ganze Zeit brennende Lagerfeuer wurde wieder kräftig angeschürt.

Sonntag ging das Wochenende dann auch schon direkt wieder zu Ende. Alle mussten anpacken und die Hütte aufräumen und säubern, sodass um 13 Uhr diesmal zusammen mit Simon Eiber als Begleitung die Heimfahrt angetreten werden konnte. Moritz blieb derweil zurück, räumte die letzten Reste auf und fuhr das Gepäck anschließend nach Hersbruck zurück zum Treffpunkt, wo die Kinder erschöpft auf ihre Eltern trafen.

Unser Fazit: Jugendarbeit trotz Corona? Geht! Für alle Beteiligten etwas anstrengender und etwas mehr Organisationsaufwand, aber: geht!

 

Autoren: Benedikt Hümmer und Moritz Meyer