Mein erster Triathlon

Auf dem Rad

3. Juli 2016
Meine eigentliche Leidenschaft ist Schwimmen. Ich tue das für mein Leben gerne und das auch schon ziemlich lange – mindestens zwei mal in der Woche. Doch Fahrrad fahren hat mir auch schon immer gefallen und letztes Jahr habe ich doch tatsächlich auch das Laufen für mich entdeckt.Und da dachte ich mir könnte ich doch mal an einem Triathlon mitmachen. Faszinierend habe ich diesen Sport schon immer gefunden, doch irgendwie hatte es mir immer an dem Mut gefehlt mich dann auch wirklich an einem anzumelden.

Doch dieses Jahr fasste ich mir ein Herz und meldete mich am Hersbrucker Volkstriathlon an. Es war dann doch irgendwie ziemlich kurzfristig und obwohl ich davor die Male an den Fingern abzählen konnte, an denen ich – anstatt auf dem Mountainbike – auf dem Rennrad gefahren war hielt ich es doch tatsächlich für eine gute Idee. Als dann der große Tag gekommen war, wachte ich schon ziemlich früh auf und würgte ein Müsli hinunter, was mich dann später mit der Energie versorgen sollte, die ich sicherlich brauchen würde.

Am Baggersee angekommen, holte ich meine Startnummer ab. Die Nervosität stieg. Hatte ich auch nichts vergessen? Mein Fahrrad stellte ich in der Wechselzone ab – zusammen mit meinem Helm und einem Handtuch. Dort standen schon andere – ähm – Fahrzeuge bereit. Manche dieser sogenannten „Fahrräder“ hätte man auch locker auf einen Startplatz der NASA stellen können und sie wären nicht im mindesten aufgefallen. Nervös schaute ich mich um und erst als ich ein Damenrad mit Korb sah verloren meine Zweifel an dieser Unternehmung wieder ihre Bedeutung. Obwohl ich mir unwillkürlich wünschte, mehr trainiert gehabt zu haben fokussierte ich mich schließlich auf die bevorstehenden Anstrengungen.

Als wir dann schließlich vor zum Start liefen, fühlte ich wie die Wirklichkeit mich einholte und ich zu realisieren begann, dass ich gleich einen Triathlon laufen würde. Irgendwie war meine Nervosität nun gemischt mit einer freudigen Erregung. Als ich dann im Wasser stand, traf ich auf Andreas Meier, den ich vom Triathletenschwimmen her kannte.An ihm orientierte ich mich dann während der Schwimmphase auch, da ich generell so meine Probleme mit der Orientierung beim Freiwasserschwimmen hatte.

Im Ziel

Als der Startschuss dann ertönte, begann ich zu ziehen und konnte glücklicherweise auch gleich meinen Rhythmus finden. Als ich dann aus dem Wasser stieg, spürte ich wie meine Lunge anfing zu brennen. Und ich hatte schon Angst, dass ich das ganze wohl zu schnell angegangen war. Ich schwang mich auf mein Rad, nachdem ich mit zitternden Händen meine Badekappe mit meinem Helm ausgetauscht hatte und auf den Radweg gelaufen war. Dann fing ich an zu treten. Was dann folgte war anstrengend und schwierig für mich, da ich so gut wie keine wirkliche Rennraderfahrung hatte. Nachdem ich als eine der ersten aus dem Wasser gekommen war, überholten mich sehr viele während dieses Abschnittes. Doch ich ließ mich davon nicht beeindrucken. Sondern strampelte entschlossen weiter. Meine Lunge hatte nicht aufgehört zu brennen und das sollte sich auch so schnell nicht ändern. Der Schlussanstieg war ganz besonders gemein. Die Straße nach Waller ist nämlich besonders steil. Als ich dann endlich in der Wechselzone angekommen war, kam die nächste Herausforderung. Und nein, ich meine damit nicht die Laufstrecke. Ich meine damit meine Schuhe. Ich war nämlich so unsagbar schlau gewesen und hatte noch die Schleifen in meinen Schnürsenkeln. Ich hätte mir dafür in den Hintern treten können, dass ich davor nicht zur Genüge gecheckt hatte, ob wirklich alles in Ordnung war. Doch das war jetzt auch nicht mehr zu ändern. Also musste ich, die Schuhe - zittrig wie ich war - aufbinden, anziehen und anschließend wieder mit einem Doppelknoten zuschnüren. Irgendwie gelang mir das auch und ich fing an, zu laufen. Ich lief und lief und diese letzten paar Kilometer zogen sich schon extrem. Zu dem Brennen in meiner Brust gesellte sich in dem Moment auch noch ein Seitenstechen, das während des Laufens mal kam und wieder ging, sobald ich mich wieder auf meine Atmung konzentrierte. Auf dem Rückweg gab ich dann zum Schluss nochmal Gas und holte alles aus mir raus, was noch ging. Als ich dann endlich im Ziel war, war ich einfach nur froh, es geschafft zu haben und dabei nicht letzte geworden zu sein. Als ich die Ziellinie überquerte fühlte ich mich irgendwie euphorisch und erleichtert. Ich hatte es geschafft. Meinen ersten Triathlon. Wenn ich jetzt daran zurückdenke muss ich lächeln. Ob ich nochmal einen Triathlon mitmache? Vielleicht. Aber wenn ja, dann werde ich auf jeden Fall vorher noch 3 mal überprüfen ob ich die Schnürsenkel in meinen Laufschuhen auch wirklich gelöst habe.

Autorin: Moana Mayer