Steigerwald-Panoramaweg 2019

Steigerwald-Panoramaweg 201913. bis 15. September 2019
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Mit Aussicht auf bestes Fahrradwetter und viel Vorfreude startete die Tour in den Steigerwald. Von Hersbruck aus, ging es mit der S-Bahn nach Bamberg. Als Vorbereitung für die 1.Etappe (ca. 50km und 1.100Hm) wurde in der Bahn schon mal ordentlich Proviant vertilgt, denn Hermanns Aussage, dass es auf der ersten Etappe keine wirkliche Möglichkeit zu einer Einkehr gäbe, ließ uns alle vorsorgen. Es sollte aber doch noch anders kommen.

Am Einstieg, oben in Bamberg, machen wir das erste Gruppenfoto unseres MTB-Quintetts. Hermann hatte uns nicht zu viel versprochen, als er immer wieder betonte, dass es eine abwechslungsreiche Tour aus Anstiegen, Abfahrten mit tollen Trails, tollen Ausblicken in den Weinbergen und kulinarischen Erlebnissen werden sollte.
Nach besagtem Aufstieg ging es oberhalb des Maintales Richtung Eltmann. Ca. 20 km fuhren wir bis zum Ort Roßstadt, vorbei an einer Brauerei, als Hermann plötzlich anhielt und meinte, dass wir hier eine Kleinigkeit zu Mittag essen könnten. Dabei hatten wir doch Proviant verzehrt … aber ein Hopfenkaltgetränk und eine Bratwurst geht immer.
Einen historischer Turm aus dem 14.Jh., der ehemalige Bergfried der Wallburg zu Eltmann, passierten wir kurz nach der Einkehr.
Es ging weiter ins Aurachtal über den Weinpanoramaweg, Richtung Zell am Ebersberg und über den kleinen und großen Knetzberg nach Eschenau. Auf dieser Strecke wurden wir das erste Mal verleitet, in den Weinbergen von den reifen Trauben zu naschen. Gut, dass die Winzer die Rebsorte angeschrieben hatten, so wussten wir auch, welche Rebsorte wir gerade verkosteten.
In Eschenau erreichten wir unsere erste Unterkunft: „Zum Böhlgrund“. Ein einfacher Landgasthof, mit noch im Bau befindlicher Unterstellmöglichkeit für unsere Räder. Ein Dachvorsprung und ein einziges Schloss mussten als Sicherung für die Nacht genügen. Die Sonne verwöhnte uns noch mit letzten wärmenden Strahlen im Biergarten, bevor wir in die Betten fielen.
Am Samstagmorgen sollte unsere Gruppe noch Zuwachs bekommen. Birgit wurde nach Eschenau gebracht, somit war die MTB-Gruppe komplett. Ein weiterer herrlicher, aber anstrengender Tag stand uns bevor mit ca. 70km und 1.250Hm.
Auf dem Zabelstein wollten wir auf einen Aussichtsturm steigen, um einen noch besseren Ausblick zu haben. Leider mussten wir vor Ort feststellen, dass dieser zwei Wochen vorher aus Sicherheitsgründen im Rahmen einer THW-Aktion „klein gemacht“ wurde. Aber wir fanden historische Türme ja eh spannender.
Unser Navigator Hermann mit Co-Navigator Matthias lotste uns in den 3 Tagen zuverlässig durch alle Wälder und Weinberge. So auch zu unserem nächsten historischen Turm der Burgruine Stollburg. Es wird vermutet, dass auf der Burg der Minnesänger Walther von der Vogelweide um 1170 geboren wurde. Wer weiss, vielleicht „saz er (tatsächlich hier) ûf einem Steine“.
Etwas unterhalb gibt es eine kleine Aussichtsplattform mit Relaxliegen. Waren leider zu der Zeit besetzt, was uns aber nicht stören sollte, denn ca. 50 Meter unter uns sollte unser Ziel für die Mittagspause sein. Die Gaststube Stollburg mitten in den Weinbergen lädt förmlich ein, zu gutem Essen und einem grandiosen Ausblick. Sehr zu empfehlen für einen Sonntagsausflug.
Die Mittagspause wurde sehnlichst von unserem einzigen „Akkuschrauber“ in der Gruppe herbeigesehnt, um seinen Akku wieder aufzuladen, sonst hätte er nicht bis zum Abend durchgehalten. Und ohne Strom ließ sich das Bike leider nicht schalten.
Nach einem ausgiebigen und leckeren Essen machten wir uns auf den Weg zu den nächsten Auffahrten, anschließenden tollen Abfahrten und zu einem weiteren historischen Turm. Wir fanden oberhalb der Ortschaft Castell den ehemaligen Treppenturm des alten Casteller Schlosses auf dem Casteller Schloßberg. Dieser war mal der Stammsitz der Fürstenfamilie zu Castell-Castell. Etwas unterhalb befand sich unter Bäumen ein kleines Plateau mit einer herrlichen Aussicht auf Castell und dessen markante Kirche St. Johannis.
Bis dahin verlief die ganze Tour ohne irgendwelche technischen Probleme. Für einen platten Reifen war wir ja alle gerüstet, aber dass bei Matthias in der Ritzelkassette in der Mitte zwei Ritzel herausbrechen würden, damit hatte keiner gerechnet. Von da an musste er gefühlvoller schalten, um die Kette von oben nach unten und wieder zurück zu bringen. Radeln ist ein sehr geschmeidiger Sport!
Die zweite Etappe endete in Rödelsee. Highlight davor war sicherlich noch die Abfahrt vom Schwanberg hinunter durch die Weinberge. Unser Hotel „Rödelseer Schwan“ wollte uns zuerst keinerlei Unterstellmöglichkeit für unsere Räder anbieten. Es gab die verschiedensten Überlegungen von mit aufs Zimmer nehmen bis zu „wir räumen die Unterstände der Mülltonnen frei“. Dieser praktikable Vorschlag wurde dann auch umgesetzt. Damit standen die Räder nicht gerade sicher, aber auch nicht auf dem Präsentierteller.
Als ein kleines Abenteuer sollte sich die Suche nach einer Gaststätte herausstellen. Es gibt nur 2 Gaststätten im Ort und in beiden wurden wir immer mit der Frage „Haben sie reserviert?“ begrüßt. Das hatten wir natürlich nicht. Zum Glück hatte Marcel, bei der „Einfahrt“ in den Ort, die „Weinwerkstatt“ entdeckt. Eine typische Heckenwirtschaft mit leckerem, sehr kreativem Essen und dazu noch köstlichem Frankenwein. Da konnte man verweilen.
Gestärkt durch ein gutes Frühstück, starteten wir am Sonntagmorgen in die 3. Etappe mit ca. 50 km und 700Hm. „Zum Ausrollen lassen“, laut Hermann. Als erstes machten wir einen Schlenker durch Iphofen, welches zu der Uhrzeit noch völlig verschlafen wirkte und auf den Touristenansturm wartete. Wirklich ein schmuckes Örtchen.
Und auch an diesem Tag navigierte uns Matthias mit Hermann auf einer wunderschönen Strecke durch Weinberge, bergauf zu spektakulären Aussichtspunkten und wieder bergab über spannende Trails, nur historische Türme gab es keine mehr.
Der Abschluss der Steigerwald-Tour feierten wir in Oberntief im Schwarzen Adler: Es gab Schnitzel! Hermann empfahl uns eine Seniorenschnitzel zu nehmen, „ansonsten kommt die Alufolie gleich immer mit auf den Tisch, falls etwas übrig bleibt“.
Die Empfehlung sollte sich bewahrheiten.
Von Oberntief rollten wir noch ca. 5km bis nach Bad Windsheim und erreichten am Nachmittag unseren Zug zurück nach Hersbruck.
Für den Umstieg in Neustadt/Aisch mussten wir uns noch eine Taktiküberlegen, da wir nur 5 Minuten Zeit zum Umsteigen hatten. Gut geplant ist halb erreicht – somit klappte es auch mit dem knappen Zugwechsel, so dass alle Teilnehmer pünktlich ihre Heimatbahnhöfe erreichten.
Abschließend bleibt nur noch zu sagen: Eine sehr abwechslungsreiche Tour mit tollen Teilnehmern.

Autor: Marcel Miller