Gneiskletterwochenende am Kaitersberg

Boulderworkshop 201829. Juni bis 1. Juli 2018
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Nach undurchsichtigen Umleitungen, die selbst einige unserer Navis überforderten, kamen wir, Andrea A., Ernst, Matthias, Susanne, Conny und Alfred, noch rechtzeitig in unserer Unterkunft in Hohenwarth an. Nach dem Abendessen berieten wir uns auf der sonnigen Balkonterrasse über die erste Kletterherausforderung für den nächsten Tag im Kaitersberger Gneisgestein.

Am Samstagmorgen starteten wir gestärkt durch ein ausgiebiges Frühstück zum Kreuzfelsen, dessen Gipfelkreuz auf 999 Metern steht. Die zu Unrecht vernachlässigte Tourismusregion Kaitersberg im Bayerischen Wald ist durchzogen mit wildromantischen Wanderwegen, die für uns auch die langen Zustiege zu unseren Felsen angenehmer erscheinen ließen. Das Klettern im Gneisgestein war für uns lochverwöhnten fränkischen Kletterern anfangs noch sehr gewöhnungsbedürftig. Löcher fehlten fast komplett. Stattdessen stießen wir auf Klettereien in Platten, Slopern, Leisten, Blöcken und schräg geschichteten Gesteinsstrukturen. Da geeignete Griffe nicht immer ins Auge sprangen, stellten für uns Onsight-Begehungen auch immer eine kleine Herausforderung dar. Was wir überhaupt nicht vermissten, waren speckige Tritte. Der unter hohem Druck und hohen Temperaturen umgeformte Granit, so die Definition für Gneis, bot uns einen hervorragenden Gripp unter den Sohlen.
Zum Ausklang des ersten sonnigen Klettertages verbrachten wir den Abend wieder auf unserer Balkonterrasse bei einem romantischen Sonnenuntergang und beim „Schnuppern“ an den regional typischen „Bränden“ des Bayerischen Waldes.
Am nächsten Tag stießen Andrea M. und Karo zu uns dazu. Von unserem Treffpunkt aus stiegen wir gemeinsam zu den „Rauchröhren“ auf. Wir verbrachten den Tag an einem Sektor, der durch hohe Kletterrouten und seiner ausgesetzten, offenen Lage eine besondere Atmosphäre erzeugte. Trotz der warmen Temperaturen drängte ständig ein kühler Windzug aus dem Tal durch die Felsenschluchten, so dass hier sicherlich auch an heißen Tagen angenehm geklettert werden kann. Da sich unser Standort gleichzeitig im Mittelpunkt vieler sich kreuzender Wanderwege befand, verweilten Wanderer vor dem Felsen und bewunderten unsere kühnen Kletterbegehungen. So blieb es auch nicht aus, dass sie viele Fragen stellten, die durch unsere Trainer fachmännisch beantwortet wurden.
Am frühen Sonntagabend beendeten wir unser Kletterwochenende auf der Kötzinger Hütte mit einem positiven Resümee und dem Fazit, dass es auch außerhalb des Frankenjuras zwar anders, aber auch nicht einfacher zu klettern ist.

Autor: Alfred Wilm