05.07. - 07.07.13

Der Wetterbericht versprach für das erste Juliwochenende bestes Bergwetter. So hatten die neun Männer und eine Frau der Sektion Hersbruck Glück mit ihrem Plan, in die Stubaier Alpen zum Bergsteigen zu fahren.

Am Freitagnachmittag bei Ranalt angekommen, stand nur der Aufstieg auf die Nürnberger Hütte (2.297 m) an. Der kurzweilige Zustieg führte, nach einer kurzen Pause auf der Bsuchalm, in Serpentinen steil hinauf. Die Verpflegung auf der Hütte fiel ausgesprochen reichhaltig aus.
Der Samstagmorgen war noch etwas trüb und neblig. Um halb acht startete die Mannschaft. Der recht schneereiche Winter und das Wetter im Frühjahr hatten noch zahlreiche Schneefelder hinterlassen, die vorsichtig begangen werden wollten.
Der Weg führte, unterhalb der Urfallspitze und dem Gamsspitzl vorbei, von Osten auf den Wilden Freiger (3.418 m). Rechtzeitig lösten sich die Wolken auf und gaben herrliche Blicke bis in die Dolomiten frei. Das hoch gelegene Becherhaus und das nächste Tagesziel, die Müllerhütte (3.148 m), lagen zum Greifen nahe. Nach der Gipfelrast ging es über eine steile Schneeflanke südlich hinunter auf den Übeltalferner. Es blieb noch reichlich Zeit und so übten die Teilnehmer, angeleitet von den Fachübungsleitern Hans Hörl und Volkert Ebersbach, die Rettung nach einem Spaltensturz.
Die Müllerhütte war sehr gut besucht, obwohl sie nur über stundenlange Zustiege erreichbar ist. Auf der Terrasse konnten bei Kaffee oder Radler noch ein paar Sonnenstrahlen genossen werden.
Für Sonntag war Aufstehen kurz vor sechs angesagt. Der Tag würde lang werden. Durch die klare Nacht war der Schneezustieg zum Ostgrat des Wilden Pfaff noch fest und gut griffig. Der Felsgrat selbst war trocken und das Gestein schon von der Sonne angewärmt, so dass die Kletterei im zweiten Schwierigkeitsgrad allen gut von der Hand ging. Die Gipfelrast auf 3.456 m fiel kurz aus, denn es stand ja noch das Zuckerhütl (3.505 m) auf dem Programm.
Mit Steigeisen ausgerüstet ging es kurz hinunter auf den Pfaffensattel, um anschließend in die Schneerinne des Zuckerhütl einzusteigen. Die bis zu 60 Grad steile Rinne war weich und heikel zu begehen, aber unter fachkundiger Anleitung bewältigten sie alle Teilnehmer und trafen sich am dritten und höchsten Gipfel des Wochenendes. Nach dem Abstieg auf den Gletscher wurde, außerhalb der durch Steinschlag gefährdeten Zone, eine Pause eingelegt. Dann machte sich die Gruppe an die über 2.100 Höhenmeter abwärts über den immer noch recht verschneiten Sulzenauferner.
Zur Abrundung gab es noch eine kleine Einkehr bei Apfelstrudel oder Suppe auf der Sulzenauhütte, bevor der restliche Weg ins Tal, steil am Grawa-Wasserfall vorbei, zurück zum Auto angetreten wurde.

Peter Dischner