20.05. - 24.05.09

… nein, nicht Tramin war heuer angesagt, sondern das Antholzer Tal, bekannt durch die Biathlon-Wettkämpfe im Winter. Familie Schuster öffnete speziell für den DAV-Hersbruck ihren Gasthof und so konnte die Gruppe von 10 Personen dort Quartier machen.

Am Ankunftstag führte Dieter Begert seine Wanderer zum Kennenlernen auf die Dolomiten-Blickrunde mit einem Anstieg von 500 m zu einer herrlichen Rundwanderung mit grandiosem Ausblick auf Dürrenstein, Seekofel, Peitlerkofel und wie sie alle heißen, die „bleichen“ Berge. Einer kleiner Plausch mit der Altbäurin vom Mudlerhof, der ganz einsam da oben steht und die von den Beschwerlichkeiten des früheren Bergbauernlebens erzählte, brachte eine willkommene Pause.
Der 2. Tag ging an den Antholzer See, einem bemerkenswerten Biotop mit einem ausführlich beschilderten Naturlehrpfad zur Enzian-Hütte und dann der Anstieg zum Staller Sattel, der an diesem Tag für Fahrzeuge noch gesperrt war, aber aufgrund des schönen Wetters bereits von vielen Motorradfreaks genutzt wurde. Vom Staller-Sattel wiederum wunderbare Ausblicke nach Osttirol und auf ein Biker-Treffen von Harley Davidson, die von Österreich her den Sattel erreicht haben. Da aufgrund des noch reichlich vorhandenen Schnees der Abstieg über die Steinzger Alm nicht möglich war, ging es den gleichen Wanderweg wieder bergab und auf der anderen Seite des Sees wurde der Naturlehrpfad vollendet bis zum Ausgangspunkt, der bekannten Huber-Alm, wo der weltbeste Kaiserschmarrn serviert wird.

Die Plätz-Wiese, eine auf 2.000 m gelegene Hochalm war Ziel des nächsten Tages. Von dort gehen wunderschöne Touren zum Dürrenstein oder zum Strudelkopf 2.308m, den wir uns als Gipfel ausgesucht haben. Leider war das altehrwürdige Hotel „zur Hohen Gaisl“ noch geschlossen, so dass wir nur durch die Fenster einen Blick auf die kunstvolle Pracht der Kaiserzeit werfen konnten. Vorbei an blühenden Wiesen mit Krokussen, Enzianen und Trollblumen ging es teilweise durch Schneefelder zügig bergauf. Am Gipfel dann der Blick zu den berühmten 3 Zinnen. Für weitere Erkundungen machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung und so wurde kurzfristig ein Ausflug nach Bruneck zum Bummeln und Eisessen eingeschoben. Dort lachte dann bereits wieder die Sonne.

Für den letzten Tag beschloss Dieter Begert, dass es nun genug Eingehtouren waren und setzte den Hochnall (2.231 m) mit einem Anstieg von 1.300 hm aufs Programm. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen ging es bergauf. Neidvoll blickten wir auf einen Traktor mit einem Anhänger voller junger Leute, die uns überholten. Auch sie waren unterwegs zu unserem Ziel, denn sie wollten die Feuerstellen für das Herz-Jesu-Fest, das jährlich am Sonntag nach Fronleichnam gefeiert wird, vorbereiten. Aber auch diese Mädel und Burschen konnten nur bis zu einer Alm fahren und mußten das letzte Stück ebenfalls laufen. Es ist bewunderswert, wie diese jungen Leute sich für einen alten Brauch engagieren und körperliche Anstrengungen in Kauf nehmen. Der Gipfel entschädigte dann für den mühsamen Aufstieg mit grandioser Fernsicht ins Puster und Antholzer Tal, der Rieserferngruppe, Zillertaler, Dolomiten und ganz in der Ferne Adamello und Ortler. Wäre die Erde eine Scheibe, hätten wir an diesem Tag wahrscheinlich bis Hersbruck schauen können ☺
Am letzten Tag, der gleichzeitig der Heimreisetag war, ging es dafür ganz gemütlich zu. Ein Spaziergang um den malerisch gelegenen Pragser Wildsee mit der hoch aufragenden Steilwand zum Seekofel beendete diese Tour.

Es waren wunderschöne Wandertage, in denen wir den Frühling mit seiner Blütenpracht ein zweites Mal genießen konnten, denn die Natur ist in diesen Höhenlagen bekanntlich 3 Wochen zurück. Bleibt noch zu sagen, dass wir jeden Tag im Sonnenschein auf der Terrasse unseres Gasthofes mit Rotwein ausklingen lassen konnten und Frau Schuster uns mit ihrer guten Südtiroler Küche sehr verwöhnt hat.

Elisabeth Begert