01.09. - 04.09.11

Die Brenta, mit Gipfeln bis über 3000 Höhe ist eine der schönsten Felsformationen in den südlichen Dolomiten. Deshalb wurde sie 2009 auch als Weltnaturerbe von der UNESCO anerkannt.

Senkrechte Wände, lange Eisenleitern, griffiges Felsgestein und ein stetes Auf- und Ab erwarten den Bergsteiger, der sich auch als Nichtkletterer durch die hervorragend abgesicherten Klettersteige und Kletterpassagen I-II relativ gefahrlos durch Fels und Eis fortbewegen kann. Das milde Klima des Südens, die sprichwörtlichen Brenta-Nebel, die nachmittags gespenstisch vom Tal heraufwallen, tun ein Übriges, eine Brenta-Durchquerung zu einem unvergesslichen Bergerlebnis zu machen.

Volkert Ebersbach vom DAV Hersbruck machte sich deshalb mit 7 Bergsteiger/innen auf den Weg, dieses wunderschöne Gebiet zu durchsteigen. Strömender Regen begrüßt die Gruppe in Madonna di Campiglio, einem bekannten Skiort. Mit Hilfe der Seilbahn zum Passo Grosté überwindet man die ersten 800 hm sehr gemütlich. Oben angelangt, hört die Gemütlichkeit schnell auf, der Regen hat zwar aufgehört, aber ein frischer Wind erwartet die Wanderer. In flottem Tempo geht es weiter bergauf zum Einstieg in den ersten Klettersteig Sentiero Benini zur Tuckett-Hütte, die sich trotz der vielen Tagestouristen, die den Normalweg von der Seilbahn dorthin als Sonntagsspaziergang nutzen, ihren urige Atmosphäre bewahrt hat. Am nächsten Tag steht der Bocchette Alte auf dem Programm, ein Traumpfad mit grandiosen Aus- und Tiefblicken. Aufstieg über die Reste des Tuckett-Gletschers zur Scharte, im italienisch Bocca genannt, und schon geht es auf die ersten Leitern und weiter über Felsbänder, ungesicherte Scharten und Felsrinnen zur nächsten Übernachtungsstation der Alimonta-Hütte, erbaut auf einem ehemaligen Gletscherfeld und rundum geschützt von riesigen Felswänden. Am dritten Tag wartet die berühmte Guglia di Brenta, die über den wohl schönsten der Klettersteige, den Bocchette Centrale zu erreichen ist. Mehrere hundert Meter fällt die Felswand senkrecht in die Tiefe ab. Nach einiger Zeit kommt plötzlich die „Guglia“, auch Campanile Basso genannt, zum Vorschein. Diese erhabene Felssäule zieht viele Menschen beim bloßen Anblick schon in ihren Bann. Gute Kletterer steigen ihr sogar aufs Dach. Der Klettersteiggeher umrundet diesen Felsturm lediglich. Auf der Pedrotti-Hütte folgt eine Cappuccino-Pause und weiter geht es für einen Teil der Gruppe um die Cima Tose, während die anderen über den Gletscher zur Brentei-Hütte absteigen, um das letzte Nachtquartiert zu organisieren.

An diesem Abend geht es natürlich hoch her, Rotwein, Aperol und Grappe flossen in Strömen. Hatten doch alle die selbst gesteckten Ziele unfallfrei erreicht, das Wetter war 3 Tage phantastisch und am nächsten Tag musste ja schon Heimweg angetreten werden. Begeistert war die Gruppe von der Gastfreundschaft und dem Verpflegungsangebot in den Hütten. Hervorragendes Essen mit großer Auswahl zu akzeptablen Preisen, lediglich das Frühstück ist tipico italiano.

Wer nun Lust bekommen hat, ebenfalls die Brenta zu besuchen, dem sei gesagt, es gibt auch Normalwege, die es dem normalen Bergwanderer und auch Kindern ermöglichen, verschiedene Hütten zu erreichen. Die grandiose Landschaft kann man auch so genießen.

Elisabeth Begert