01.10. - 03.10.11

Drei fantastische Bergtage, die einem selten so geschenkt werden, erlebten 50 begeisterte DAV-Mitglieder auf der diesjährigen Abschlusstour in die Dolomiten.

Mit dem Ausgangspunkt auf 2037m, der „Regensburger Hütte“ im schönen Grödnertal erlebten, dieses Jahr zum ersten Mal, unterschiedliche Gruppen verschiedene Programme.
Nach dem Anstieg mit Gepäck auf die Hütte am Anreisetag sowie einer kleinen Alm-Gipfel-Wanderung auf den Pic 2363m bildeten die jeweiligen Touren der einzelnen „Fraktionen“ am Sonntag den Höhepunkt dieser Abschlusstour.
Im Gegensatz zu den „Kletterern“ bzw. „via ferrata“ Begeisterten hatte eine kleinere Gruppe die Umrundung der Geisler Gruppe nur bergwandernd (na eher –„bergsteigend“) ins Auge gefasst. Obwohl die Schätzungen ob der Gehzeit ziemlich streuten (es wird hier nicht verraten wer die optimistischen Zahlen und wer die eben weniger lockeren Stundenzeiten nannte), schlossen sich noch ein paar Unerschrockene an, die eigentlich nur ein paar Stunden wandern wollten. Tja, Traumwetter und eine Traumgegend können verführen.
Kurz nach 8 Uhr brach unsere Gruppe von der Hütte bei strahlendem Sonnenschein auf. Nach eher harmlosen knappen 500 Höhenmetern Aufstieg war die erste kleine Herausforderung erreicht: Der Abstieg über die Pana-Scharte, von der wir einen tollen Blick auf den Hauptkamm der „Zillertaler“ und gegenüber Sella und Langkofel hatten. Es sah schlimmer aus als es war. Über einen gut ausgebauten und gesicherten Weg war die Engstelle problemlos – wenn auch mit etwas flauem Gefühl - von allen zu meistern.
Die Herausforderung auf der nächsten Zwischenetappe, die uns über den Adolf-Munkel-Weg bis zum Aufstieg zum Kreuzjoch führte, war eher der Gegenverkehr tausender (gefühlt, aber mehrstellig hundert waren es definitiv) mehr oder weniger gut ausgerüsteter Zeitgenossen verschiedener Nationen und „Düfte“. Dies hatten wir dem Wetter, einem nahen Groß-Parkplatz und einer relativ problemlos zu erreichende Hütte in entgegen gesetzter Richtung zu verdanken. Somit waren wir froh, als wir dem Trubel durch den Anstieg aufs Kreuzjoch (super Blick u. a. auf Peitlerkofel, Seekofel, Puezgruppe) entkommen konnten. Der dann folgende weitere Anstieg durch die Roa-Scharte bis auf 2617 m verlangte dann doch noch einiges an Trittsicherheit und vor allem Kondition.
Ein beeindruckender Talkessel lag nun vor uns, diesem und zuletzt dem ausgetrockneten (so fühlten wir uns auch) Bachbett des Cicles folgend, gelangten alle nach 8,5 h reiner Gehzeit letztendlich wohlbehalten und rechtzeitig zum Abendessen zurück.( zur Regensburger Hütte.) Trotz mancher Erschöpfung war das Fazit: Es war wirklich eine Traumtour.
Respekt nochmals gegenüber allen (ob junger „Spring-ins-Feld“ oder wirkliche fitte Pensionäre) die diese Anstrengung meisterten.
Die Kletterer wollten an diesem Traumtag die Nordwestkante des Torre Firenze begehen. Am schattigen Einstieg lagen die Temperaturen kurz vor 9 Uhr noch bei 8°C. Geführt von Wolfgang Baumann starteten drei Seilschaften in das echt alpine Gelände. Für einige war es die erste Klettertour im Gebirge. Entsprechend vorsichtig gingen alle zu Werke, mussten doch die Standplätze in den ersten Seillängen selbst abgesichert werden. Nach der luftigen Schlüsselstelle um die Felskante wärmten die Sonnenstrahlen die Kletterer wieder auf und es folgten noch acht genussvolle Seillängen bis zum Gipfel. Ein kurzer Abstecher zur Steviahütte und der Abstieg durch die Schlucht hinunter zur Hütte füllten den Tag vollständig aus.
Die Klettersteigfraktion brach ebenso mit etwa 20 Bergsteigern von 10 bis 70 Jahren auf Richtung Sas Rigais. Nach einer Stunde Gehzeit stiegen wir auf der Südwestseite in den gut mit Stahlseilen gesicherten und wenig ausgesetzten Klettersteig ein, der uns auf den 3.025 m hohen Gipfel leiten sollte. Die Spannung stieg, denn für viele BergsteigerInnen war es die erste Klettersteigerfahrung. Bereits nach drei Stunden erreichten alle den Gipfel und konnten die grandiose Aussicht genießen. Nach ausgiebiger Rast am gutbesuchten Gipfel machten wir uns gut gelaunt über die Ostwand auf den Abstieg. Auch der Abstieg verlief reibungslos, selbst als die Kids mit kurzen Beinen auf einem breiten Übertritt die Bodenhaftung verloren. Ein kurzes Grinsen und Hangeln und schon waren sie auf der anderen Seite – sehr zum Amusement von Bergführer Uwe!
Unten angekommen waren sich alle sicher, das war nicht der letzte Klettersteig, den wir ausprobieren wollten! Zurück auf der Regensburger Hütte ließen wir den Tag im T-Shirt bei Radler und Kuchen ausklingen. Und am feuchtfröhlichen Abend mussten einige BergsteigerInnen mit Schnaps auf ihren ersten 3.000er anstoßen!
Der Montag war schon wieder von Heimreise geprägt. Auf verschiedensten Wegen machten sich die Grüppchen auf ins Tal. Einige nahmen nahestehende Gipfel mit, andere eher nicht, da sie vom Vortag der Muskelkater plagte. Gegen Mittag hieß es schon wieder Abschied nehmen von einem Traumwochenende bei Traumwetter und Traumtouren!
Und nochmals danke dem Organisator und Geburtstagkind Uwe für seine gute Zielauswahl und seine Kontakte nach „oben“ die uns das tolle (Wochenende) Wetter sicherten.

Berg Heil und bis zum nächsten Mal

Jürgen Ehrke, Peter Dischner, Kerstin Stocker