13.01. - 15.01.12

Bei der Programmsitzung war es schon Thema, dass Jörg Häusler in diesem Jahr seine Aktivitäten aus beruflichen Gründen zurückschrauben muss. Um unseren Mitgliedern trotzdem ein vielseitiges Programm anzubieten, entschloss sich Dieter Begert kurzfristig - und weil Schneeschuhgehen auch sein neuestes Hobby ist - eine Tour für Schneeschuhwanderer anzubieten.

Da ihm die Lawinenkunde und Winterausbildung für die Alpen fehlen, schlug er als lawinensicheres Ziel den Nationalpark Bayerischer Wald vor.

Leider wollte der Winter einfach nicht kommen und so häuften sich die bangen Fragen, was tun, wenn es keinen Schnee hat. „Dann wird eben so gewandert“ war Dieters lakonische Antwort. Noch an der Autobahnausfahrt Hengersberg war keine Schneeflocke in Sicht. Als es dann aber in den Bayerischen Wald hineinging, wurde es immer winterlicher. In Neuschönau lag dann der Schnee sage und schreibe 1 m hoch. Ideale Bedingungen zum Schneeschuhgehen.

Nach der Ankunft am Freitagnachmittag ging es Im dichten Schneetreiben sofort los nach Waldhäuser und von dort zum Teufelsloch und zur Glasarche am Fuße des Lusen. Diese Skulptur, ein Schiff aus 480 miteinander verbundenen grünen Glas-scheiben wird von einer riesigen Hand aus Eichenholz behalten und schimmert ge-heimnisvoll aus dem Schnee. Wer erwartet mitten im Wald solche Kunstwerke? Wir waren begeistert. Der Abstieg erfolgte über den Sommerweg zum Parkplatz und wer Dieter kennt weiß, dass eine Einkehr im Cafe obligatorisch zu seinen Touren gehört. Die Wirtin betrachtete uns „Schneemänner“ fassungslos und erklärte ein ums andere Mal, dass sie keinen Winter bräuchte und den Schnee auch langsam satt hätte.

Nachdem es die ganze Nacht weiter geschneit hat, konnte die Gruppe am nächs-ten Tag den Aufstieg zum Großen Rachel 1.453 m durch unverspurten Schnee bewältigen. Begeistert waren alle von der überwältigend schönen Landschaft, die durch angewehten und festgefrorenen Schnee eine Stimmung wie in Norwegen zauberte. Dass Wind und Schnee die Wegweiser und Markieren derart zugeweht hatten, dass wir uns nur anhand von Karte und GPS orientieren konnten, tat der Stimmung keinen Abbruch. Den Gipfel haben wir jedenfalls gefunden. Der Wind vom Böhmerwald blies immer noch sehr heftig, sodass eine längere Gipfelrast ausfallen musste. Viel Spaß hatten die Teilnehmer dann beim Abstieg: Mit den Schneeschuhen an den Füßen springt man den Hang hinab und ist blitzschnell unten. Auch die blutigen Anfänger trauten sich nach kurzer Zeit, den Hang hinunterzusprinten. Logisch, dass die ausgefallene Gipfelrast im Tortenparadies ausgiebig nachgeholt wurde.

Am Sonntag zeigte sich Petrus dann von seiner allerbesten Seite: Strahlendblauer Himmel und ein halber Meter Pulverschnee machten die Abschlusstour zum Lusen 1.373 m zu einem Genuss. Was macht es da aus, dass das Lusen-Schutzhaus hoff-nungslos überfüllt war und die Brotzeit im Stehen vor der Hütte eingenommen wer-den musste. Neben der Rodelbahn erfolgte der Abstieg wieder durch watteweichen unberührten Schnee, der unter unseren Schritten nur so dahinstiebte. Es war ein gelungenes Wochenende, welches die Teilnehmer am liebsten sofort wiederholen würden. Die Alpen hat keiner vermisst.

Elisabeth Begert