22.09. - 23.09.2012

Am Freitag 21.9.2012 Nachmittag starteten wir (Wolfgang Baumann und Stefan Hartmann) gegen 15 Uhr in Reichenschwand. Gegen 20 Uhr kamen wir nach einer stressfreien Autofahrt in Wolkenstein an. Bei einer großen Pizza und gutem Wein stimmten wir die Tour für Samstag ab.

Berg: Ciavazes (Gamsband), 2500 m
Route: Micheluzzi (frühere Südwand)
Erstbegehung: E. Castiglioni und L. Micheluzzi 1935

Schwierigkeit: V+ A0 (VI)
Höhenunterschied 250 m
Kletterstrecke: 382 m
Seillängen: 13

Tourenbescheibung: Herrliche Plattenkletterei und schöner Routenverlauf. Der fünf Seillängen Quergang ist einzigartig.

Nach dem Abendessen verbrachten wir die Nacht im Auto. Am nächsten Morgen brachen wir gegen 7.30 Uhr in ein Cafe nach Wolkenstein auf. Nach einer kleinen Stärkung konnte das Abenteuer beginnen. In Wolkenstein waren wir noch von Nebel umgeben, nach der Überquerung des Sellajochs zeigte sich jedoch die Sonne. Dies änderte sich glücklicherweise auch nicht mehr und wir genossen einen traumhaften Tag in den Dolomiten.

Dieser Bericht entstand nach dem “Saisonausklang der Kletterer” auf der Hersbrucker Hütte in Hetzendorf. Beim lustigenRoutenverlauf der Micheluzzi Beisammensein kam die Idee auf, einen Teil des Berichtes in Interviewform zu verfassen.

Folgende Fragen haben sich ergeben:

DAV: War in der Route viel los?
Stefan: Am Einstieg waren ca. 5 Seilschaften. Wir waren die letzte Seilschaft und konnten somit entspannt klettern.

DAV: Was war die schwierigste Stelle in der Route?
Stefan: Es war die eigentliche Schlüsselstelle am Ende des Quergang. (siehe Topo)

DAV: Wie viele Stunden ward Ihr unterwegs?
Stefan: Nach 15 Minuten zum Einstieg waren wir mit Pause ca. 7 Stunden in der Route unterwegs, gefolgt von einer Stunde Abstieg.

DAV: Welchen Kletterstil habt ihr gewählt?
Stefan: Die ersten Seillängen im Überschlag, ab dem Quergang hat Wolfgang den Vorstieg übernommen.

DAV: Wie waren die Standplätze?
Stefan: Bis zum Quergang gebohrte Standplätze, danach Normalhaken.

DAV: Würdest du die Tour nochmal machen?
Stefan: Ja ich würde die Tour gerne wiederholen und komplett im Überschlag angehen.

Nach dem Abstieg übernachteten wir auf einer Hütte am Sellajoch (Rifuigo Passo Sella). Bei Pasta und Wein machten wir die Tourenplanung für Sonntag. Da wir zeitlich etwas eingeschränkt waren, sollte es eine kurze Tour nahe unserer Unterkunft sein.

Berg: Erster Sellaturm, 2533 m
Route: Trenker - Führe (SW-Verschneidung)
Erstbegehung: L. Trenker und H. Pescosta 1913

Schwierigkeit: IV, eine Stelle V
Höhenunterschied 150 m
Kletterstrecke: 165 m + 70 m zum Gipfel
Seillängen: 5

Tourenbescheibung: Elegante und genussvolle Kletterei.

Nach einem kleinen Frühstück brachen wir wieder bei starkem Nebel auf. Nach ca. 30 Minuten erreichten wir den Einstieg. Bei schlechter Sicht kletterten wir im Überschlag in ca. 2 Stunden die wirklich genussvolle Route. Nach dem Ausstieg aus der Verschneidung wurden wir von einem starken und kalten Wind (fast am Gipfel) begrüßt. Die letzten 70 m zum Gipfel haben wir uns wegen der schlechten Verhältnisse erspart. Nach ca. 45 Minuten Abstieg traten wir nach einem schönen und abwechslungsreichen Kletterwochenende die Heimreise an.

Stefan Hartmann