25.10. - 01.11.2008

Sperlonga liegt zwischen Rom und Neapel direkt am Meer. Dank des milden Klimas ist Sperlonga ein ideales Klettergebiet für die bei uns kühlere Jahreszeit. Nach dem Motto „Noch mal Sonne tanken vor dem langen Winter“ fliegen wir – das sind Doris und ich, Rosi und Reini, Christina und Peter, Judith und Thomas, Ernst, Rudi, Peter und der Nachzügler Jürgen – von München nach Neapel. Dort steigen wir um in die von allen gefürchteten Fiat Pandas (4 Leute pro Auto mit Gepäck, das klappt nie, der Rudi muss aufs Dach, der Ernst muss trampen usw. usw.) Und siehe da, wir und das Gepäck passen alle rein und schneller als 100 soll man hier eh nicht fahren.
Bei bestem Wetter beziehen wir erst mal unsere schöne Casa, natürlich mit Pool und Meerblick, ein erster Besuch von Guido und seinem köstlichen Mozarella di Buffalo mit Tomaten darf natürlich auch nicht fehlen.
Der erste Klettertag, es ist Sonntag, sonnig und min. 25° warm. Wir wollen unsere Ruhe und kämpfen uns hoch zum Chiromante Sektor F, also fast ganz oben. Der rauhe Fels und die Hitze lassen Fingerhaut und Wasservorrat schrumpfen. Als beides weg ist steuern wir den Strand an, um Ende Oktober ein erfrischendes Bad im Meer zu nehmen.
Montag, es ist wieder warm und sonnig. Frühstück auf der Terasse und Cappu bei Guido mit Blick auf den Sektor Castello Invisibile. Nochmal ist Plaisierklettern angesagt mit anschließendem Meerbad. Guidos Mozarella können wir nicht widerstehen, der abendlichen Pizza in Sperlonga allerdings auch nicht. So wird das nichts mit der positiven Energiebilanz.
Die Klettertruppe Der böse Wettermann droht uns mit einer Schlechtwetterfront und hat auch noch recht. Ein verregneter Dienstag zwingt uns in die Grotta dell‘ Aeronauta. Schluß mit gemütlich klettern. Hier heißt es von Anfang an ordentlich zupacken. Dafür ist die Kletterei beeindruckend, steil und athletisch an immer positiven Griffen und Wandversinterungen. Wir schaffen es heute nur bis zum Commandante, der Mozarella ist gut, aber kommt nicht an Guidos heran.
Ha, der Wettermann hat sich wohl vertan, der Mittwoch beginnt mit Sturzregen um nach dem Frühstück mit Sonnenschein zu glänzen. Die Spiaggia dell‘ Aeronauta lockt. Man stelle sich einen ewig langen menschenleeren Sandstrand vor, auf der einen Seite Meer, auf der anderen lange Klippen, 30 m hoch und mit für uns so wichtigen Bohrhaken ausgerüstet. Noch etwas seifig vom Regen findet dann doch jeder sein Betätigungsfeld. Das Bad im Meer ist heute ganze 20 m entfernt. Kulinarisch testen wir heute Gaeta und finden ein Lokal, wo Mama, Oma und die ganze Familie auf uns wartet, um Speisen vom Feinsten aus frischesten Zutaten für uns zu bereiten.
Schwamm drüber über den Donnerstag. Beim Guido Regen, am Monte Moneta Regen, versaute Klamotten, patschnass und dann frustriert in die Grotte, das kann ja nichts werden. Wir trösten uns am Abend mit der Kneipe von gestern.
Die Versöhnung am Freitag: Sonne und Wolken, 20° und außer uns kein Mensch im Klettergebiet Pueblo. Wir werden mit toller Kletterei belohnt. Die am Zaun aufgereihten Schlangenhäute entdecken wir zum Glück erst beim Rückweg.
Bei Sonne und Regen sind wir geklettert, haben schön gewohnt, gut gegessen und getrunken, uns nicht gestritten und erst recht nicht verletzt.
Der Franke würde sagen: Basst scho!
Thomas Haas